Schon lange hab ich nichts mehr hier geschrieben - irgendwie ist alles im Alltag untergegangen. Und dabei hiess es doch auch oft, ich solle mal was ueber den Alltag hier schreiben - nun denn.
Ich glaube jeder der den ganzen Tag ein kleines Kind betreut(e) kennt das. Das Leben besteht plötzlich fast nur noch aus Füttern, Windeln wechseln, Spielen, Baby beruhigen, beim Einschlafen helfen, Ausruhen, Haushalt. Ich fand das am Anfang ziemlich interessant - solange es noch neu war oder zumindest solange ich Fortschritte sehe. Doch genauso schnell kann es ensetzlich nerven. Da braucht es nur eine Nacht zu geben in der man enorm schlecht schläft oder abends doch mal zu lange auf war. Das Resultat - Ungedult, trübe Stimmung, Lustlosigkeit und gleichzeitig eine gnadenlose Ideenlosigkeit wenns darum geht, dem Abhilfe zu schaffen. Ich kann kaum glauben, dass ich nun schon 4 Monate mit diesen Höhen und Tiefen lebe.

Aika ist in der Zwischenzeit schon ein richtig grosses Mädchen geworden. Vorbei sind die Tage in denen sie nichts weiter zu tun schien ausser zu trinken, zu pupen und zu schlafen. Sie schlaeft immer noch sehr viel (und in der Regel ist sie auch richtig gut, wenns ums Einschafen geht), aber dazwischen guckt sie sich neugierig um, versucht nach Dingen zu greifen und sie sich in den Mund zu stecken, zieht sie sich an Fingern hoch zum Sitzen - was sie schon fast alleine kann - oder übt sie sogar das stehen. Das scheint momentan auch ihre Lieblingsbeschäftigung zu sein. Letztens hat sie sich ganz begeistert an unserem Couchtisch festgehalten und stehend umgesehen. Dabei findet sie das Liegen eher langweilig. Auf dem Bauch liegend hatte sie ohne Windel ziemlich schnell den Dreh raus sich auf den Ruecken zu rollen und laenger wollte sie dann auch nicht auf dem Bauch sein. Unterdessen ist die Ausdauer ein kleines bisschen gewachsen - besonders, wenn sie andere Kinder dabei beobachten kann. Auch auf den Ruecken scheint sie sich nur umzusehen. Wenn sie nach etwas greift weil sie es haben will ist das meist ihr Nuckel oder eine Trinkflasche oder ein Stoffbuch mit vielen bunten Tieren vom Bauernhof. Anderes Spielzeug scheint ihr richtiggehend egal zu sein. Sie kaut mit vorliebe auf ihren Fingern rum - aber den tollen Beissring ruehert sie nicht an genauso wenig wie sie mit Rasseln spielen will.
Vielleicht sind Rasseln auch einfach nur zu langweilig, wo sie doch ihre Stimme entdeckt hat. Anfaengliches Brabbeln und Laute ausprobieren ist einem hohen Quieken und Juchtzen gewichen, was sie vor allem dann herausholt, wenn ich anfange zu singen. Wenn sie sich mit uns unterhaelt, dann durch eine lange Reihe von unterschiedlichen AAAhs, recht leise, ueberlegt, aufmerksam.
So vergehen dan die Tage - mit brabbeln, tanzen, singen … Morgens machen wir in der Regel einen kleinen Rundgang durch den Garten - bevor die Sonne allzusehr prezelt. Dabei wird an Bluemchen gerochen, das Gras befuehlt oder auch mal kurz im Regen gestanden. Als ich mit ihr letztens im Zimmer vor einem Spiegel stand und sie auf ihr Spiegelbild aufmerksam machen wollte, beugte sie sich statt dessen zu den Topfpflanzen hinunter und steckte ihre Nase zwischen die Blaetter - auf die Idee waere ich nie und nimmer gekommen.
Je aufmerksamer sie fuer ihre Umgebung wird, desto sozialer scheint sie auch zu werden. Waerend sie vor nicht allzu langer Zeit Menschen noch ignorierte (was mich wiederum besorgte, wo doch Babies in diesem Alter Gesichter besonders anziehend finden sollen), da grinzt sie nun Leute an, erforscht ihre Gesichter und redet mit ihnen - Sei’s die von den Babies aus unserer Müttergruppe oder die von Kindern und Mamies aus unserer deutschen Spielgruppe. Selbst wenn Oma und Opa über skype anrufen wird der Bildschirm neugierig angeguckt wenn da Stimmen aus dem Computer kommen.
Ich muss schon sagen - Alles in Allem macht mir unsere Kleine richtigen Spass. Ich wuenschte nur, ich koennte irgend etwas tun, um auch zu unserem Lebensunterhalt beizutragen, damit Rico auch mehr Spass mit ihr haben kann.